Warum wir auf Palmöl verzichten: der Umwelt zuliebe

Sonntag, 12. Februar 2017

Warum wir auf Palmöl verzichten: der Umwelt zuliebe

Palmöl - das billigste, pflanzliche Öl auf dem Markt - versteckt sich in so vielen Produkten, aber nicht bei uns! Warum Palmöl für uns auf keinen Fall in Frage kommt?

Kein anderes Öl wird in diesen Mengen produziert wie Palmöl. 64,5 Millionen Tonnen wurden 2016/17 weltweit produziert. Die Menge hat sich seit 2002/03 verdoppelt. Und wie verdoppelt man die Menge? Ganz einfach: indem man auch die Anbaufläche verdoppelt. Praktisch, dass die Ölpalme in tropischen Ländern gedeiht, wo billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und Menschenrechte und Umweltschutz wenig Priorität haben. Land Grabbing, Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse sind auf den großen Plantagen keine Seltenheit. Amnesty International wirft Kosmetik-Herstellern Menschenrechtsverletzungen auf Plantagen vor, von denen bekannte Konzerne wie Nesté, Proctor & Gamble und Unilever den Rohstoff beziehen. Tageslöhne von € 1,41, direkter Kontakt mit giftigen Unkrautvernichtungsmitteln und die Mitarbeit von 8-14 jährigen Kindern, die zum Teil sehr gefährliche Arbeit verrichten mussten, wurde von Amnesty angeprangert.

Hard Facts

  • 64,5 Millionen Tonnen Palmöl wurden 2016/17 weltweit produziert
  • das ist doppelt so viel wie noch in 2002/03
  • allein Indonesien und Malaysia produzieren 3/4 der globalen Palmölproduktion 
  • Indonesien hat bereits die Hälfte der Regenwaldfläche für Palmölplantagen geopfert
  • Palmöl wird als billige Alternative zu fossilen Energieträgern gehandelt
  • 90% des weltweit produzierten Palmöls sind für den europäischen Markt bestimmt (wegen Agardiesel-Förderung)

Grünes Erdöl? Mitnichten!

Bio-Diesel zu fördern ist aber auch keine Lösung, denn ein Hektar Regenwald speichert 300 Tonnen Kohlenstoff, ein Hektar Palmölplantage nur 40 Tonnen. Den Regenwald zu schützen, wäre also die bessere Art von Klimaschutz.

Das Palmölschrot wird übrigens wiederum in der Massentierhaltung als Futtermittel eingesetzt. Sich vegan zu ernähren, trägt also auch zum Klimaschutz bei, ist Massentierhaltung lt. worldwatch.org für 51% des gesamten CO2 Ausstoßes verantwortlich.

In der Kosmetik ist Palmöl wirklich nur ein billiger Füllstoff. Es weist keine besonderen Hautpflegeeigenschaften auf. Und auch in Lebensmittel ist Palmöl nur ein Weg um die Preisspanne zu maximieren. Es gibt viele, gesündere Alternativen. 

Also lest die Inhaltsangaben, versucht Palmöl zu vermeiden und esst öfter (oder noch besser immer) rein pflanzlich. Für unsere Umwelt und unser Klima!