Vegane Kosmetik, Naturkosmetik, Biokosmetik - Was kann das?

Samstag, 10. September 2016

Vegane Kosmetik, Naturkosmetik, Biokosmetik - Was kann das?

Der naturkosmetische Begriffe-Dschungel

Die Nachfrage nach Kosmetik natürlichen Ursprungs ist heute groß und steigt zunehmend. Immer weniger KundInnen sind bereit, sich der undurchsichtigen Masse an synthetischen Inhaltsstoffen auszusetzen, die konventionelle Kosmetik ausmacht. Doch kaum hat man seine Fühler nach pflanzlichen Alternativen ausgestreckt, wird man von einem wahren Dschungel an Kategorien überrascht, die sehr oft nicht halten, was sie versprechen. Wir haben eine Übersicht erstellt:

Konventionelle Kosmetik: Hier darf sich alles tummeln was gesetzlich zugelassen ist: von hormonell wirksamen über irritierende oder allergieauslösende bis hin zu potentiell krebserregenden Stoffen. Mehr dazu hier.

Kosmetik „ohne …“: Dass auf einen besorgniserregenden Inhaltsstoff verzichtet wird, ist keine Garantie dafür, dass der Ersatzwirkstoff bzw. die gesamte Rezeptur keine gesundheitsschädlichen Wirkungen aufweisen. Siehe konventionelle Kosmetik.

Vegane Kosmetik: Ist nicht automatisch natürlichen Ursprungs! Vegane Kosmetik kann sehr viele synthetische Bestandteile enthalten, die in konventioneller Kosmetik vorkommen, enthält lediglich keine Inhaltsstoffe tierischer Herkunft.

Pflanzenkosmetik: Enthält einen Anteil an Inhaltsstoffen pflanzlicher Herkunft, wie z.B. Extrakte und Öle oder aber stark prozessierte Substanzen aus pflanzlichen Rohstoffen. Oft dienen diese dann als Aufhänger für ein „grünes Image“, machen aber nur einen kleinen Teil des Produktes aus. Der Rest entspricht meist konventioneller Kosmetik. Green washing also.

Naturkosmetik: Es wird langsam wärmer – aber auch trügerischer! Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Hier kann es sich ähnlich wie bei der Pflanzenkosmetik verhalten, wenn kein vertrauenswürdiges Naturkosmetiksiegel angeführt ist. Liegt so eines vor, verpflichten sich die Hersteller von Naturkosmetik zu einem bestimmten Anteil an Rohstoffen natürlichen Ursprungs. Wiederum gilt jedoch, dass es sich dabei auch um chemische Abkömmlinge natürlicher Rohstoffe handeln kann. Natürlich können hier auch tierische Rohstoffe eingesetzt werden. Bienenwachs und Lanolin werden in der Naturkosmetik sogar sehr häufig eingesetzt. Entstammen die Rohstoffe konventioneller Landwirtschaft besteht darüber hinaus die Möglichkeit von Schadstoffrückständen aus der Produktion. GLOBAL 2000 hat in ihrem Naturkosmetik-Check rund 60 Naturkosmetikmarken auf ihre Kennzeichnung getestet und dabei insbesondere die Art der Bewerbung unter die Lupe genommen, um Trittbrettfahrer aufzudecken.

Bio-Kosmetik: Der Trend zu Kosmetik, die Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau einsetzt, ist der richtige Weg. Jedoch ist der vorgeschriebene Anteil dieser biologischen Rohstoffe sehr stark von der jeweiligen Bio-Zertifizierungsstelle abhängig. So liegt er etwa bei ecocert Bio-Kosmetik der Anteil an Rohstoffen pflanzlichen Ursprungs bei 95%, der Bio-Anteil jedoch nur bei 10%. Bei einigen Biosiegeln wie der Austria Bio Garantie liegt der geforderte Bio-Anteil mit 95% hoch und Biokosmetik kann sich damit deutlich von den anderen Kategorien abheben. Es wird hier auch wert darauf gelegt, dass - wenn möglich - wirklich alle Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau bezogen werden. Die Ausnahme bilden Emulgatoren und Konservierungsmittel. Aber Achtung – Biokosmetik ist nicht gleich vegan!

PURE SKIN FOOD: Eine Klasse für sich. Nur PURE SKIN FOOD verwendet ausschließlich pflanzliche Rohstoffe, die außerdem zu 100% aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und zugleich vegan und tierversuchsfrei sind.